Sonntag, 19. November 2017

ganz klein machen


Entwurf, ganz klein... auf Schrumpfolie. Susanne von Bülow 2017

Nach den ganz großen Drucken arbeite ich aktuell an ganz kleinen Sachen und frage mich ob ganz klein nicht ne Nummer zu groß für mich ist.

Candia Neumann lud mich ein im Projekt "klein?" eine Position zu erstellen und seitdem entstehen Skizzen auf Schrumpfolien, Papieren, krame ich alte, vergessene oder nie realisierte Dinge heraus und warte nun,

Entwurf "klein" mit Nagel auf Schrumpffolie  - Susanne von Bülow 2017

während im Backofen die Folien braten packe ich zwischendurch die Arbeiten von FREDDER WANOTH aus, der mit mir (u.v.a.) im NoCube ausstellen wird.

Fredder Wannoth - Blühende Landschaften


Schon der allererste Augenschein auf die detailreichen, präzisen und wunderbaren Zeichnungen auf Papier verraten einen Blick in den historischen Osten Europas, der einen Besuch am 25. November 2017 notwendig macht!

Fredder Wanoth - Blühende Landschaften (Detail 2)

Um 19 Uhr eröffnet die Ausstellung "klein?" und ich freue mich über Ihren und Euren Besuch.

Bis dahin werde ich dann auch eine kleine Lösung gefunden haben

Susanne von Bülow

Mittwoch, 21. Juni 2017

Zurück aus Mexiko

Nach den wunderbaren Tagen in Mexiko bin ich zurück in Münster und schleppe mich über mein Jetlag hinweg, versuche dabei Bilder zu sortieren und scheitere daran, trinke Kaffee und schlafe wieder. Bald mehr - 



Besonderen Dank gilt der guten Zusammenarbeit mit Elizabeth de Jesús und dem


Talleres de Arte Contemporaneo, T.A.C.O.,

der Unidad de Posgrado UNAM und allen Freunden, die mir dort halfen, eine neue Tütenedition zu drucken, unschätzbar wertvolle Eindrücke aus der quirligen Hauptstadt mitzunehmen und mich auf weitere Projekte dort freuen zu können!

Auf bald wieder in Mexiko.

Susanne von Bülow
 

Mittwoch, 29. März 2017

Auktion und Nagellack

Nagellacklackiererin - Susanne von Bülow 2007 - 60 x 80 cm - Anfangsgebot: 1.200 EUR

Zu der 4. Profilia Auktion am 2. April 2017 in der Fachhochschule Münster auf dem Leonardo Campus lade ich Sie und Ihre Freunde ab 12 Uhr sehr herzlich ein. Neben der Nagellacklackiererin sind noch zwei weitere Arbeiten von mir im Rennen - u.a. ein Grund und Boden Druck aus Sundern und ein weiterer aus Nürnberg...

Grund und Boden - Planierwalzendruck von
Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck 2016 - Sundern 260,- €/m²

Die Versteigerungen finden zu Gunsten versklavter nepalesischer Mädchen statt und neben meiner Nagellacklackiererin haben 45 weitere Künstlerinnen und Künstler Ihre Bilder, Fotografien oder Skulpturen zur Verfügung gestellt. Sie spenden freiwillig einen großen Teil des ersteigerten Erlöses an die pro filia-Projekte in Nepal.

Die Einstiegsgebote und die Qualitäten der eingereichten Arbeiten unterscheiden sich sehr stark - man sollte also vorher unbedingt durch die sehenswerte Ausstellung gehen, die ab dem 1. April 2017 von 14 - 18 Uhr in der FH am Leonardo Campus geöffnet ist.

Bis dahin - herzliche Grüße
Eure und Ihre Susanne von Bülow
 

Donnerstag, 9. Februar 2017

Madonna!

MADONNA! Plakatedition, 100er Auflage, Susanne von Bülow 2017 - DIN A2

Maria war Jüdin, orientalisch verschleiert und sicherlich kannte sie kein Kaugummi.

MADONNA! ist mein Beitrag, mein Bild, mein Kommentar an eine Debatte um eine abendländische Leitkultur - um eine sinnfreie Überbewertung und Stigmantisierung von Gewändern und Kleidern.

Wir sind Morgen- und Abendland - bei Tag und bei Nacht.

MADONNA! ist ein Ausruf und ein Aufruf - hinzusehen und nachzufragen, sich keine einfachen Lösungen auftischen zu lassen.

MADONNA! ist keine Antwort -
MADONNA! befragt im Gewande der Verschleierten die Ästhetik, den Ausdruck dessen, was keinesfalls nur dem Islam gehört.

Sie gehört zu uns - sie ist hier zu Hause!


Susanne von Bülow 2017

Die Plakatedition MADONNA! erscheint als Ausdruck der Empörung, dass man den Sahl des Westfälischen Friedens für politische Zwecke an eine fremdenangsschürende Partei - die AfD - vermietet, in einer Auflage von 100 und wird zum Preis von 20 Euro angeboten.

10 Euro pro Plakat fließen an die Amadeu Antonio Stiftung, die sich für Toleranz und gegen Fremdenangst - und -feindlichkeit einsetzt. Nach dem Verkauf der Auflage wird die Höhe der Einahmen öffentlich an dieser Stelle bekannt gegeben. Bestellen können Sie das Plakat direkt bei susannevonbuelow(ädd)web.de oder der Redaktion des DER MEISTERSCHÜLER, der diese Aktion unterstützt. redaktion(ädd)dermeisterschueler.de mit dem Vermerk MADONNA!

Samstag, 21. Januar 2017

Vanishing War

Zwei Postionen zum ersten Weltkrieg
Dr. Andrea Brockmann, Südwestfälische Galerie, 20. November 2016

Blaubeermalerei über Kriegsfeldern - Tête des Faux - Susanne von Bülow 2014
Tête des Faux

Read more at: http://de.france.fr/de/sehenswert/die-weihnachtsschlacht-am-tete-faux
Tête des Faux

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Blaubeerfelder, Gestrüpp, Bäume noch keine 100 Jahre alt, durch den Wald und über grüne Wiesen laufen, tiefe Mulden im Land, kleine Felsspalten, die Sohlen der Wanderschuhe tief eingekerbt vom rostigen Stacheldraht: das erlebt man, wenn man in den Lothringer Vogesen wandert, dort wo 1914 bis 1918 die Westfront verlief, ein erbitterter Grabenkrieg und Stellungskampf herrschte, viele tausend Soldaten starben.
Susanne von Bülow sammelt dort auf 1000 Meter Höhe Blaubeeren in den überwachsenen Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges und malt direkt vor Ort mit den Fingern und dem Saft der zerdrückten Beeren die friedliche Stille einer wunderbaren Landschaft 100 Jahre nach dem ver-gangenen Krieg. Die Künstlerin ist 1969 in Balingen am Fuße der Schwäbisch Alb geboren, und sie kennt diese Landschaft seit ihrer Jugend von Urlaubsaufenthalten mit der Familie.
In dieser Landschaft sind noch heute die Spuren des Grabenkrieges zu finden: Stacheldraht, Reste von Bunkern, Schützengräben, Bombenkrater, auch Handgranaten. Das Vogesenmassiv birgt zahlreiche Schlachtfelder, die ihm die Dimension eines Freiluftmuseums verleihen.
Blaubeermalerei über Kriegsfeldern - Tête des Faux - Susanne von Bülow 2014
Diese berührenden Erinnerungszeichen tauchen in ihren Zeichnungen mal direkt sichtbar, mal eher schemenhaft zu erahnen auf. Andere Zeichnungen scheinen ein romantisches Waldidyll wieder-zugeben. Wo sich von 1914 bis 1918 deutsche und französische Soldaten gefangen und einbetoniert in Schützengräben gegenüber lagen, wandert die Künstlerin – gemeinsam mit ihrem Ehemann Ruppe Koselleck – auf dem Vogesenkamm und entdeckt immer wieder Hinweise und Zeugnisse der Vergangenheit. Von 2014 bis 2018 verarbeitet sie diese Begegnungen mit den Spuren des Krieges in ihren Blaubeerzeichnungen, die sie unter dem Titel „Vanishing War“ fasst. Der Titel deutet an, wie die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg verschwindet, auch wie die Kriegslandschaft allmählich unsichtbar und von der Natur überwuchert wird und zum dritten wie auch der Farbstoff der Blaubeere im Laufe der Zeit immer stärker verblasst und sich die Motive verlieren werden. Man kann in den Zeichnungen erkennen, ob reife, saftige Blaubeeren genutzt worden sind. Ihre Farbe ist intensiv. In anderen Zeichnungen ist die Farbe blass, manchmal milchig. Da war die Blaubeerzeit eigentlich schon vorbei, beinhaltete die harte Schale nur noch eine wässrige Substanz, kein Fruchtfleisch. Weiße Flecken auf den Bildern deuten an, dass es beim Malen geregnet hat. Die Unmittelbarkeit des Entstehens wird deutlich.
Auch in den druckgrafischen Arbeiten „Blaubeerjunge“ werden jene Blaubeeren eingesetzt. Künstlerischer Schwerpunkt von Susanne von Bülow ist die Druckgrafik. Sie hat Geschichte in Berlin, Bonn und Münster studiert und in ihrem parallelen Kunststudium an der Kunstakademie Münster, das sie 1998 mit dem Diplom abgeschlossen hat, speziell bei Gunther Keusen experi-mentelle Drucktechniken kennen gelernt, die sie zu einer eigenen Bildmethode und -technik geführt hat. Bei den ausgestellten Werken hat sie im Druckprozess Beeren unter die Druckplatte gelegt, so dass sich die Abdrücke der Frucht ins Papier prägen und wie Einschusslöcher auf der Brust der Jungen, Sinnbilder der jungen Soldatengeneration, erscheinen.
Ruppe Koselleck, 1967 in Heidelberg geboren, Konzeptkünstler, Lehrender, Betreiber des Büros für deflationäre Maßnahmen, Porschesammler, Initiator des Projekts Mayers Erde über Kult um den ersten gefallenen deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg Albert Mayer, zeigt in der Ausstel-lung ein Fundstück aus der Vogesenregion. Es handelt sich um den Rest eines T-Trägers aus einem Bunker, der von einer Bombe getroffen wurde. Das zerfetzte Stück Stahl lässt erahnen, wie groß die Zerstörung war, die auch den Tod vieler Soldaten bedeutete. Mit seiner skulpturalen Eigenkraft wirkt das Stück wie ein ästhetischer Gegenstand, der jedoch eine gewaltsame Geschichte in sich trägt und ein symbolisches Erinnerungszeichen ist. Und im Miteinander von entkontextualisiertem Fundstück und der Blaubeerzeichnung, die jenes Stück noch in der Landschaft aufnimmt, wird das Konzept, die Idee, auch die persönliche Betroffenheit der Künstler deutlich und die Präsenz des Themas in ihrem Werk sichtbar.



Zum anderen stellt Ruppe Koselleck mit „Nie wieder Frieden“ ein Kriegerdenkmal zur Diskussion, dessen Bildmaterial zwar historisch auf den Ersten Weltkrieg verweist, aber dessen bedrückende Eindringlichkeit jeden Krieg und noch mehr jeden Krieger meint. Die Filmsequenz zeigt einen Soldaten, der als „Kriegszitterer“ unter den psychischen Schäden aus der Zeit in den Schützen-gräben leidet. Unter anderem war der ständige Artilleriebeschuss für Soldaten sehr belastend und führte zu dieser posttraumatischen Belastungsstörung. Die Alliierten nannten die Krankheit shell shock, da sie glaubten, die Druckwellen der Explosionen hätten die Gehirne an die Schädelwände gedrückt und so beschädigt. Ruppe Koselleck hat aus der Sequenz, die im Internet abrufbar ist, einen Videoloop gemacht, der als Mahnmal den überlebenden Soldaten gewidmet ist. Es ist ein „abschreckendes und wirkungsvolles Fanal gegen den Wahnsinn des Krieges“ wie Matthias Reichelt in der Zeitschrift Kunstforum International, Bd. 235, August-Sept. 2015 über die Arbeit von Ruppe Koselleck schreibt. Der Soldat wird nie wieder Frieden haben, so wie alle Kriegstraumatisierten nie wieder Frieden haben – nicht in Geist und Körper, nicht in ihren Träumen und Gedanken. Und das bezieht sich nicht nur auf die Menschen nach 1918 oder 1945, sondern auch heute in Syrien, im Südsudan, im Jemen oder in Afghanistan. Ruppe Koselleck zeigt uns mit seiner Videoskulptur ein universales, zeitloses Mahnmal.

Montag, 15. August 2016

Vanishing War

Zurück aus den Vogesen sortiere ich meine neuen Blaubeerbilderbilder vom Lingekopf, aus Bonhomme und Glasborn-Linge - den Orten meiner diesjährigen Exkursion in die Konfiktlandschaften aus dem ersten Weltkrieg in den Vogesen.

Dort wo Granaten einschlugen und Menschen zu tausenden ihr Leben ließen, grasen hier heute Kühe und ich finde reife sowie stark eisenhaltige Blaubeeren vor. Wanderwege durchkreuzen die Routen alter ausgehobener Schützengräben und ich genieße die Schönheit dir überwachsenen Felder mit Blick auf das Münstertal.


Die lang verlassenen Schlachtfelder sind von den überwucherten Gräben und künstlichen Demarkationslinien durchzogen. Trichterrunde Bombenkrater werden zu von Brombeeren oder Ginster gefüllten Landmarken in einem Gelände, dessen eigentümliche Schönheit mich immer wieder anzieht.

Von oben gleichen die Felder kurz vor den Abhängen der Hautes-Voges einem schlecht geplätteten Kuchenteig mit unzähligen weichen Dellen, Erdanhäufungen, Steinversammlungen oder Schwellen, die von Farnen und Gräseren überkrautet sind. Ihre Untiefen sind mit der Zeit fast unsichtbar geworden und werden einem immer dann jäh bewußt, wenn man in sie hinein stolpert.

Unwissende wandern ahnungslos durch diese Landschaft hindurch, ohne die Spuren des Schlachtens zu dechiffrieren und die kilometerlangen Furchen als grabestiefe Totenmale eines nicht enden wollenden Schützengrabens zu erkennen, der in deutscher, belgischer, französischer oder englischer Variante von der Schweiz hoch bis an die Nordseeküste von professionellen Männerhänden angelegt wurde.


In Rahmen meines Projekt Vanishing War, welches über die fünf Kriegsjahre hundert Jahre nach dem ersten Weltkrieg die Kriegs- und Schlachtorte mittels Blaubeermalerei zu beschreiben versucht, besuchte ich erstmals einen museal aufbereiteten Geschichtsort, um auch dort mit den dort wachsenden Blaubeeren tätig zu werden. Wenn in der freien Landschaft auf 1000 Meter Höhe die Bunker und Gräben von der Zeit und von Pflanzen allmählich verwittern und verwachsen, so kämpft ein Geschichtsort wie das Memorial du Linge mit dem wörtlichen, materiellen und ideellen Vergessen.


Erinnern heißt hier die Gräben wieder freilegen, von Moos befreien und die Blaubeeren zwischen dem rostigen Stacheldraht so zu beschneiden, dass man den Draht immer sehen wird - ganz egal wie gut oder schlecht die Blaubeeren schmecken.

Hier oben auf dem Lingekopf kamen sich Deutsche und Franzosen so nah, daß man den jeweiligen Feind beim Kochen und Essen zuhören konnte. Die Ausstellung beschreibt die regionale Kriegsgeschichte und erinnert an das Leben und Überleben, Sterben wie Töten von Deutschen wie Französischen Soldaten in den Jahren des Grande Guerre.


Und so wechselte ich bei meinem diejährigen Aufenthalt in Frankreich vier mal die Orte, um neue Perspektiven der Erinnern und Vergessens sichtbar werden zu lassen, die nun in einer losen Abfolge hier eingestellt und beizeiten überarbeitet werden sollen.




Zurück aus den Vogesen, freue ich bereits jetzt schon wieder auf die Rückkehr nach Orbey.


Herzliche Grüße und bis demnächst

Susanne von Bülow

Aktuelle Ausstellungen

Monotypie und Alltag,
Galerie Kunst2, Heidelberg, noch bis zum 24. September 2016

GRUND UND BODEN,
Performative Bodenrichtwertstudie im öffentlichen Raum von Kiel
Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte, Kiel, noch bis zum 4. September 2016

Freitag, 15. Juli 2016

Monotypie und Alltag

Kurz vor dem Aufbruch in den Süden möchte ich Euch und Sie sehr herzlich zu meiner Ausstellung MONOTYPIE UND ALLTAG in die Galerie Kunst2 einladen.

Da die Zeit knapp - und die Koffer ungepackt sind - kann ich bislang nicht mehr zur Show sagen, als dass sie am 22. Juli 2016 um 19 Uhr in der Lutherstraße 37 in 69120 Heidelberg beginnt ...und dass ich noch Bilder im Atelier stehen habe, von denen ich nicht weiß, ob sie noch fertig werden.


Ich freue mich über Euren und Ihren Besuch

Susanne von Bülow

...hier geht es zur Einladung auf Facebook.